Vado Piscari
2016
Ein Theater über das Leben des Heiligen Petrus
Der heilige Petrus, ursprünglich Simon genannt, war Sohn des Fischers Jonas und stammte aus Bethsaida am See Genezareth. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas arbeitete er als Fischer, bis Jesus ihn in die Nachfolge rief. Andreas führte ihn zu Christus mit den Worten: „Wir haben den Messias gefunden.“ Jesus gab Simon den neuen Namen Kephas – „Fels“ –, auf Latein Petrus, ein Hinweis auf seine zukünftige Rolle in der Kirche.
Petrus gehörte von Anfang an zum engsten Jüngerkreis Jesu. Er war einer der drei Apostel, die bei wichtigen Ereignissen anwesend waren: der Auferweckung der Tochter des Jairus, der Verklärung auf dem Berg Tabor und dem Gebet in Getsemani. Er wird im Evangelium als impulsiv, leidenschaftlich und zutiefst menschlich dargestellt. Er bekannte Jesus als den Messias, doch scheute er zunächst den Weg des Kreuzes. Jesus jedoch bestätigte seine Berufung: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“
Während des Leidens Christi erlitt Petrus seine schwerste Prüfung. Aus Angst verleugnete er Jesus dreimal. Als er den Blick Jesu sah, bereute er tief – ein Augenblick, der sein Leben prägte. Nach der Auferstehung bestätigte Jesus ihn als Hirten der jungen Kirche: „Weide meine Schafe.“ Von da an trat Petrus als mutiger Zeuge des Evangeliums auf.
Nach Pfingsten wurde Petrus zum führenden Apostel in der Jerusalemer Urgemeinde. Er predigte, wirkte Wunder, heilte Kranke und bekannte Christus furchtlos vor dem Hohen Rat. Er war maßgeblich beteiligt an der Aufnahme der Heiden in die Kirche: Die Begegnung mit dem Hauptmann Kornelius zeigte ihm, dass das Evangelium allen Menschen gilt. Petrus wirkte zunächst in Palästina, später in Antiochia und schließlich in Rom.
Nach alter Überlieferung führte Petrus in Rom die Gemeinde während der Christenverfolgung unter Nero. Dort nahm er seine Aufgabe als „Bischof von Rom“ wahr und wurde zum sichtbaren Mittelpunkt der Einheit der Kirche. Um 64–67 n. Chr. erlitt er den Märtyrertod. Da er sich nicht würdig fühlte, wie Christus zu sterben, wurde er auf eigenen Wunsch kopfüber gekreuzigt.
Über seinem vermuteten Grab entstand später der Petersdom im Vatikan. Petrus gilt als erster Papst, als Fundament der Kirche und als Vorbild für Reue, Mut und Treue trotz menschlicher Schwäche.
