
Totus tuus
2014
Ein Theater über das Leben des Heiligen Johannes Paul II.
Der heilige Johannes Paul II., geboren als Karol Józef Wojtyła am 18. Mai 1920 im polnischen Wadowice, zählt zu den prägendsten Päpsten der modernen Geschichte. Geprägt von einer tief religiösen Familie erlebte er bereits früh schwere Verluste: Seine Mutter starb, als er neun Jahre alt war, kurz darauf auch sein Bruder; sein Vater starb 1941 während der deutschen Besatzung Polens. Diese Erfahrungen führten Karol zu einer intensiveren Beziehung zu Gott und zur Entdeckung seiner geistlichen Berufung.
Während des Zweiten Weltkriegs studierte Wojtyła heimlich Theologie und arbeitete in einer Fabrik, um der Deportation zu entgehen. 1946 wurde er zum Priester geweiht. Rasch fiel er durch seine pastorale Begeisterung, seine Nähe zu Jugendlichen und seine intellektuelle Begabung auf. Als Hochschulseelsorger und später als Philosophieprofessor verband er Glaubenslehre mit anthropologischer Tiefenschärfe und entwickelte Grundgedanken zur menschlichen Würde und Liebe, die später seine Enzykliken prägen sollten.
1958 wurde er mit nur 38 Jahren zum Weihbischof von Krakau, 1964 zum Erzbischof. Während des kommunistischen Regimes verteidigte er mutig die Religionsfreiheit und die Rechte der Menschen. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil spielte er eine wichtige Rolle, insbesondere bei Fragen der Religionsfreiheit und des modernen Selbstverständnisses der Kirche.
Am 16. Oktober 1978 wurde er als erster Nichtitaliener seit über 450 Jahren zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. Sein Pontifikat dauerte fast 27 Jahre – eines der längsten der Kirchengeschichte. Er bereiste die Welt wie kein Papst vor ihm, begegnete Millionen von Gläubigen und wurde zu einer moralischen Stimme gegen Gewalt, Unterdrückung und Unrecht. Seine Botschaft der Menschenwürde und Freiheit trug wesentlich zum Sturz des Kommunismus in Osteuropa bei.
Johannes Paul II. verfasste zahlreiche Enzykliken, stärkte die Jugendpastoral und gründete die Weltjugendtage. 1981 überlebte er ein Attentat, dessen Täter er später im Gefängnis besuchte und ihm vergab – ein eindrucksvolles Zeugnis seiner christlichen Haltung. Trotz schwerer Erkrankungen, insbesondere Parkinson, führte er sein Amt bis zum Ende mit Geduld und Hingabe weiter.
