Stella Maris

2019
Ein Theater über das Leben des Heiligen Bernhard v. Clairvaux

Der heilige Bernhard von Clairvaux, geboren 1090 auf Burg Fontaine-lès-Dijon in Burgund, gehört zu den einflussreichsten Gestalten des Mittelalters. Er entstammte einer adligen Familie und erhielt eine sorgfältige christliche Erziehung. Schon früh zeigte sich seine außergewöhnliche geistliche Begabung, sein ernstes Wesen und seine tiefe Hinwendung zum Gebet. Um 1112 trat Bernhard mit rund dreißig Gefährten – darunter mehrere seiner Brüder – in das neu gegründete Zisterzienserkloster Cîteaux ein, das für seine strenge Observanz bekannt war. Diese große Gruppe von jungen Adligen rettete das damals noch kleine und schwache Kloster vor dem Untergang und brachte dem Orden erheblichen Aufschwung.

Bereits 1115 wurde Bernhard mit nur 25 Jahren ausgesandt, ein neues Kloster in dem abgelegenen Tal von Clairvaux zu gründen. Als Abt von Clairvaux formte er seine Gemeinschaft mit strenger Disziplin, aber zugleich mit großer geistlicher Wärme. Unter seiner Leitung wurde Clairvaux zum bedeutendsten Zentrum des Zisterzienserordens und zog Hunderte von Berufungen an. Bernhard selbst schrieb zahlreiche Briefe, Predigten und Abhandlungen, die ihn bald im ganzen Abendland bekannt machten.

Theater nachschauen?

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Bernhard war nicht nur Mönch und Mystiker, sondern auch eine prägende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Er trat als Berater von Päpsten, Bischöfen und Fürsten auf und spielte in mehreren theologischen Auseinandersetzungen eine Schlüsselrolle. Besonders bekannt ist sein Konflikt mit dem Theologen Abaelard sowie sein Einsatz zur Beilegung des Schismas um Gegenpapst Anaklet II. Bernhard verstand es, mit geistiger Autorität und diplomatischem Geschick Frieden zu stiften und die Einheit der Kirche zu wahren.

Ein Höhepunkt seines Wirkens war sein Aufruf zum Zweiten Kreuzzug im Jahr 1146, den er im Auftrag des Papstes predigte. Der Erfolg des Unternehmens blieb jedoch aus, und Bernhard empfand dies als persönliche Niederlage. Dennoch blieb er ein Mann tiefen Glaubens, der auch in Krisen nicht an Gottes Führung zweifelte.

Sein theologisches Erbe ist vor allem die Vertiefung der Mariologie und der mystischen Theologie. Bernhard betonte die barmherzige Menschheit Christi und die liebevolle Hinwendung zu Maria. Seine Schriften – etwa „Über die Gottesliebe“ – gehören zu den Klassikern der christlichen Mystik.

Bernhard starb am 20. August 1153 in Clairvaux und wurde 1174 heiliggesprochen. Er gilt als Kirchenlehrer, „Mellifluus Doctor“, und als einer der bedeutendsten Mystiker des Abendlandes.

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