Solo Dios Basta

2015
Ein Theater über das Leben der Heiligen Teresa v. Avila

Die heilige Teresa von Ávila, geboren 1515 als Teresa de Cepeda y Ahumada in einer angesehenen kastilischen Familie, zählt zu den großen Mystikerinnen und Ordensreformerinnen des 16. Jahrhunderts. Ihre Kindheit war geprägt von tiefer Religiosität, aber auch von lebhafter Fantasie. Früh verlor sie ihre Mutter und fand in Maria eine geistliche Ersatzmutter. Als Jugendliche zeigte Teresa ein ausgeprägtes Interesse an geistlicher Literatur, aber auch an höfischen Romanen, was sie zunächst in die Spannung zwischen Welt und Glauben führte.

Mit 20 Jahren trat Teresa in das Karmelitinnenkloster der Menschwerdung in Ávila ein. Dort herrschte aufgrund der vielen Besucher und eines eher gehobenen Lebensstils eine entspannte Klosterzucht, die wenig dem ursprünglichen Ideal des Karmels entsprach. Teresa litt in dieser Zeit unter schweren körperlichen Erkrankungen und inneren Krisen. Eine mystische Bekehrungserfahrung führte sie schließlich zu einer neuen Radikalität im Glauben. Sie entdeckte die Kraft des inneren Betens und begann, ein Leben der immer tieferen Gottesbeziehung zu führen.

Theater nachschauen?

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Teresa erkannte, dass der Orden dringend eine Erneuerung benötigte. Mit Mut, geistigem Weitblick und großer Beharrlichkeit gründete sie 1562 das Kloster San José in Ávila – das erste reformierte Karmelitinnenkloster, geprägt von Armut, Stille, strenger Klausur und der konsequenten Ausrichtung auf das Gebet. Trotz massiver Widerstände von kirchlicher und bürgerlicher Seite hielt Teresa unbeirrbar an ihrem Reformanliegen fest. In den folgenden zwanzig Jahren gründete sie zahlreiche weitere Klöster in ganz Spanien und wurde zur Seele der karmelitischen Reformbewegung. Ein zentraler geistlicher Weggefährte war der heilige Johannes vom Kreuz, der den Reformzweig der Männer etablierte.

Teresa war nicht nur Gründerin, sondern auch eine außergewöhnliche Lehrerin des geistlichen Lebens. Ihre Werke, darunter „Das Buch meines Lebens“, „Der Weg der Vollkommenheit“ und „Die innere Burg“, gehören zu den bedeutendsten Schriften der christlichen Mystik. In ihnen beschreibt sie die Stufen des inneren Betens, den Weg der Seele durch verschiedene „Wohnungen“ bis zur Vereinigung mit Gott sowie die Voraussetzungen für ein echtes kontemplatives Leben: Demut, Loslösung, Liebe und beharrliches Gebet.

Bis zu ihrem Tod am 4. Oktober 1582 blieb Teresa eine Frau unerschütterlicher Entschlossenheit, tiefer Intuition und großer menschlicher Wärme. 1622 wurde sie heiliggesprochen, 1970 zur Kirchenlehrerin erhoben – als eine der ersten Frauen überhaupt.

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