Siate felici

2023
Ein Theater über das Leben des Heiligen Philipp Neri

Der heilige Philipp Neri, geboren am 21. Juli 1515 in Florenz, gehört zu den bekanntesten und liebenswürdigsten Gestalten der katholischen Reformzeit des 16. Jahrhunderts. Schon früh zeigte sich in ihm eine tiefe Religiosität, verbunden mit einem fröhlichen, humorvollen Wesen. Als Jugendlicher verließ er Florenz und zog nach Rom, wo er als Hauslehrer arbeitete und gleichzeitig viel Zeit im Gebet, in der Kirche und im Dienst an den Armen verbrachte. Diese Jahre des inneren Wachstums prägten sein späteres Apostolat.

Philipp war von einer außergewöhnlichen Nächstenliebe erfüllt. Er besuchte regelmäßig die Krankenhäuser der Stadt, kümmerte sich um Arme, Waisen, Kranke und Pilger, und gewann durch seine Herzlichkeit rasch das Vertrauen vieler Menschen. Obwohl er zunächst kein Priester war, sammelten sich Jugendliche, Studenten, Kaufleute und Adelige um ihn, angezogen von seiner Freude, seiner Einfachheit und seiner geistlichen Tiefe. Aus diesen informellen Treffen entstand später der „Oratorium“-Gedanke: gemeinsames Gebet, geistliche Lesung, Musik, Gespräch und brüderliche Gemeinschaft – eine damals völlig neue Form religiösen Lebens.

1548 gründete Philipp mit einigen Gefährten die „Bruderschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit“, die sich besonders der Pflege armer Pilger widmete. Erst 1551 ließ er sich zum Priester weihen. Als Beichtvater entfaltete er eine außergewöhnliche Wirkung: Menschen aller gesellschaftlichen Schichten suchten ihn auf. Er führte sie mit Humor, Geduld und tiefem Verständnis zu einem authentischen christlichen Leben. Viele berichten von seiner Gabe der Herzenskenntnis, und manche legten im Gespräch mit ihm ihr Leben grundlegend neu aus.

Theater nachschauen?

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Philipp war auch ein großer Freund der Musik. Unter seiner Leitung entwickelten sich geistliche Konzerte und Oratorien, die nicht nur der Erbauung, sondern auch der Gemeinschaft dienten. Daraus entstand später die musikalische Gattung des „Oratoriums“.

1575 bestätigte Papst Gregor XIII. die von Philipp gegründete Priesterkongregation des „Oratoriums“, deren Mitglieder ohne Gelübde in brüderlicher Gemeinschaft leben. Philipp selbst blieb ein Mann großer Einfachheit: stets bescheiden, freundlich und voll unerschütterlicher Freude. Sein Humor – oft heiter, manchmal schalkhaft – war für ihn ein Mittel, Menschen zu Gott zu führen.

Im hohen Alter zog Philipp weiterhin unzählige Menschen an. Seine tiefe Gottesliebe und sein warmherziger Charakter prägten die römische Kirche nachhaltig. Er starb am 26. Mai 1595 und wurde 1622 heiliggesprochen. Bis heute gilt er als „Apostel von Rom“ und Patron der Freuden und des heiteren Glaubens.

Put God first